In der Nacht nach ihrem Tod fror die tote Maus sehr, dass sie sich in den Kirschbaum aufmachte, sich in eine Astgabel legte und ihren zertrümmerten Kopf mit einem Rindenstück bedeckte. So würde sie den Winter verbringen, beschloss die tote Maus.
Donnerstag, 29. September 2016
Und in der Ecke saß ein kleiner Tod mit viel zu großer Sense.
Der kleine Tod weinte, war es ihm doch unmöglich die Sense zu schwingen.
Was für ein Schnitter er denn sei, so ohne Sensenschwung. Ein ganz erbärmlicher wohl.
Da meinte ich, dass er als kleiner Tod doch auch eine andere Aufgabe hat: kleine Wesen würden einen kleinen Tod benötigen, damit das Sterben nicht so schwer fiele.
Das Sterben fällt ihnen schwer? fragte der kleine Tod.
Ja, das Sterben fällt allen schwer, egal, ob sie die Größe eines Käfers oder die eines Bären haben.
Wer lebt, trennt sich nicht gerne vom Leben. Es macht traurig zu sterben.
Da weinte der kleine Tod nur noch mehr.
Er wollte nicht die Ursache für Kummer und Traure sein.
Ich ließ den schluchzenden kleinen Tod allein zurück.
Er hatte noch viel zu lernen.
Donnerstag, 31. Dezember 2015
Nein, kein Neuanfang.
Keine Tabula rasa.
Kein Schlussstrich.
Nichts abschließen, nichts hinter sich lassen, kein Abwerfen des Vergangenen.
Lieber Aufbauen, was daraus machen, Fortsetzen, was sich als gut erwiesen hat. Schlechtes als Erfahrung hinnehmen.
Und sich und dieser Erde gratulieren, dass wir allesamt wieder an fast der gleichen Stelle sind, wie vor 365 Tagen.
Keine Tabula rasa.
Kein Schlussstrich.
Nichts abschließen, nichts hinter sich lassen, kein Abwerfen des Vergangenen.
Lieber Aufbauen, was daraus machen, Fortsetzen, was sich als gut erwiesen hat. Schlechtes als Erfahrung hinnehmen.
Und sich und dieser Erde gratulieren, dass wir allesamt wieder an fast der gleichen Stelle sind, wie vor 365 Tagen.
Donnerstag, 30. August 2012
Dienstag, 15. Juni 2010
Der Mann in der Couch

Er ernährt sich von den Krümeln, die in die Polsterritzen fallen.
Sie fallen direkt in seinen knochenlosen Mund.
Sein Heim ist mit den zwischen den Polsterungen verlorenen Dingen eingerichtet.
Durch die Einstiche der Nähte beobachtet er uns.
Er lebte schon in der Couch vor unserem Einzug.
Das Knarren der Federung ist sein Seufzen.
Er wird solange in der Couch sein, bis er stirbt.
Dann wird es nach toter Katze riechen.
Obwohl wir gar keine Katze haben….
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